GESCHICHTE

September 2010. Christian Becker und Jakob Tschulik begeben sich nach höchst anstrengenden Tagen in New York und Las Vegas nach Pioneer Town nahe des Joshua Tree Nationalparks. In Pioneer Town wurden dereinst Western gedreht. Heute beherbergt man am ehemaligen Filmset Gäste. Es gibt kein Telefon, kein Internet und keinen Fernseher. Zur Unterhaltung dient am Sonntag, 19. September 2010 Livemusik. Denn in der kleinen verschlafenen Westernstadt existiert das legendäre Pappy & Harriets, ein Club, in dem ganz viel wilder Westen und Musik in der Luft liegt. Genau diese Lokalität hatte die beiden Reisenden auch angezogen. Spielt doch dort der bereits im Local in Wien gastiert habende Tim Easton jeden Sonntag mit seiner Allstar-Band auf. Vor der Türe gibt es BBQ. Im Inneren gibt es Bier aus Einsiedegläsern und Whiskey.

Auf der Bühne steht der Geiger von Leonard Cohen, eine Gitarristin von Bonnie Raitt, der Drummer von The Band und andere Kaliber. Becker und Tschulik essen, trinken und haben (zugegebener Maßen zu fortgeschrittener Stunde) das Verlangen, die Eindrücke nach Wien zu transportieren. In Bild und Ton.

Stunden später geht die Sonne auf. Die Köpfe sind schwer aber dennoch wird eine Idee geboren. Nach dem Sommer 2010, in dem Christian Becker im eigenen Local mit zahlreichen Gästen Wein verkostet, musiziert und auf der Bühne geplaudert hat, fasst er den Gedanken, diese neu eingeführte Tradition weiterführen zu wollen. Monatlich mit Freunden aus der Szene aufzutreten und über das Leben zu reden, Lieblingslieder zu spielen und das Publikum zu unterhalten ist sein Wunsch. Aber dann gleich in Bild und Ton meint darauf Jakob Tschulik. Ordentlich, mit Konzept, jedoch ohne Korsett und ohne Boulevardjournalismus. Eben genau so, als würde der Musiker und Wirt Freunde einladen und das tun, was er am Besten kann. Schmäh führen, und Musik machen.

So sitzen zwei Freunde im wilden Westen und übertragen das Bild auf die Bühne des Local in Wien, Spittelau. Dort sollen dann auch zwei Freunde auf der Bühne sitzen, umgeben von einer kleinen Band, die wie am Vortag im besagten Pappy & Harriets mit Freude bei der Sache ist. Das Publikum ist Teil des Ganzen, im Zentrum steht der Wirt und sein Gast. Geredet wird über Themen, die das Leben und Schaffen des Gastes ausmachen, gespielt werden Lieder, die für diesen Wegweisend waren und eine besondere Bedeutung haben. Der Begriff Talkshow wird auf eine andere Ebene gehoben. Intim, spontan und hintergründig geht es um Inhalte, die man von den Bühnengästen so vielleicht noch nie gehört hat.

Internet- und TV-tauglich, mit mehreren Kameras festgehalten und somit einem breiteren Publikum als nur den live anwesenden Gästen im Local zugänglich soll ein neuer Kanal entstehen, der in der Zukunft bis nach Pioneer Town verfolgt werden kann. Wenn es dort dann auch Internet und Fernseher gibt.